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PRF Behandlung beim Knochenaufbau erklärt

vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit

Wenn für ein Implantat zu wenig Kieferknochen vorhanden ist, entscheidet nicht allein die Menge des aufgebauten Knochens über den späteren Erfolg. Ebenso wichtig sind eine ruhige Wundheilung, eine gute Durchblutung und ein sorgfältig geplanter chirurgischer Ablauf. Die PRF Behandlung beim Knochenaufbau setzt genau hier an: Sie nutzt Bestandteile aus dem eigenen Blut, um die Regeneration im Operationsgebiet zu unterstützen.

PRF steht für Platelet-Rich Fibrin, auf Deutsch thrombozytenreiches Fibrin. Das Verfahren wird in der Oralchirurgie häufig ergänzend eingesetzt, etwa beim Knochenaufbau vor einer Implantation, nach einer Zahnentfernung oder bei komplexeren Eingriffen im Kiefer. Es ersetzt keinen Knochenaufbau und keine präzise Implantatplanung. Es kann aber dazu beitragen, die biologischen Voraussetzungen für eine möglichst komfortable und kontrollierte Heilung zu verbessern.

Was PRF im Kiefer bewirken kann

Für PRF wird unmittelbar vor dem Eingriff eine kleine Menge Blut aus einer Armvene entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Dabei entsteht ein Fibringerinnsel, das Blutplättchen, weiße Blutkörperchen und körpereigene Botenstoffe enthält. Dieses Material kann je nach Behandlung als Membran, als verdichtetes PRF oder vermischt mit Knochenersatzmaterial verwendet werden.

Das Fibrinnetz wirkt dabei wie eine biologische Matrix. Es kann Wachstumsfaktoren über einen gewissen Zeitraum lokal freisetzen und das Einwachsen von Zellen in den Heilungsbereich unterstützen. In der Implantologie wird PRF daher vor allem dort eingesetzt, wo Gewebe geschützt, Wundräume stabilisiert oder Knochenersatzmaterial besser formbar gemacht werden soll.

Für Patientinnen und Patienten ist ein Punkt besonders überzeugend: PRF stammt aus dem eigenen Blut. Anders als bei fremden biologischen Materialien besteht deshalb kein Risiko einer Übertragung durch Spendergewebe. Dennoch gilt: Auch eine Eigenbluttherapie ist ein medizinisches Verfahren, das fachgerecht vorbereitet, steril verarbeitet und passend zur individuellen Ausgangssituation eingesetzt werden muss.

Wann ist eine PRF Behandlung beim Knochenaufbau sinnvoll?

Ein Knochenaufbau kann notwendig werden, wenn ein Zahn schon länger fehlt, eine Entzündung Knochen abgebaut hat oder der Kieferknochen nach einer Zahnentfernung an Höhe und Breite verloren hat. Auch im ästhetisch sichtbaren Frontzahnbereich ist das Volumen des Knochens wichtig, weil es die spätere Zahnfleischkontur und damit den natürlichen Eindruck eines Implantats beeinflusst.

PRF kommt häufig als Ergänzung in Betracht, wenn Knochenersatzmaterial in einen Defekt eingebracht wird. Die aufbereitete Eigenblutmatrix kann mit partikulärem Material vermischt werden. Dadurch entsteht eine besser zusammenhängende Masse, die sich präzise in den Bereich einbringen lässt. PRF-Membranen können außerdem über dem aufgebauten Areal liegen und das Operationsgebiet abdecken.

Typische Situationen sind der Erhalt der Knochenstruktur direkt nach einer Zahnentfernung, der Aufbau eines schmalen Kieferkamms oder die Vorbereitung eines Implantatlagers nach längerem Zahnverlust. Bei kleinen Defekten kann PRF allein in ausgewählten Fällen sinnvoll sein. Bei größeren Defekten reicht es meist nicht aus. Dann sind Knochenersatzmaterial, eine Barrieremembran oder gegebenenfalls Eigenknochen die tragenden Bausteine der Therapie.

Ob PRF eingesetzt wird, hängt deshalb nicht von einem Wunschverfahren ab, sondern von Befund und Ziel. Entscheidend sind unter anderem die dreidimensionale Form des Kiefers, die Qualität des Weichgewebes, die Lage der Kieferhöhle oder von Nervenbahnen sowie die gewünschte Position des Implantats. Eine digitale 3D-Bildgebung kann diese Planung deutlich sicherer machen.

So läuft die Behandlung ab

Am Anfang steht eine gründliche Diagnostik. Neben der klinischen Untersuchung wird geprüft, warum Knochen fehlt und wie viel Aufbau tatsächlich erforderlich ist. Nicht jeder geringe Knochenverlust verlangt automatisch einen umfangreichen Eingriff. In manchen Fällen lässt sich ein Implantat durch eine angepasste Position oder ein geeignetes Implantatdesign ohne zusätzlichen Aufbau setzen. Wo ein Aufbau medizinisch sinnvoll ist, sollte er so schonend wie möglich geplant werden.

Am Behandlungstag wird das Blut vor dem chirurgischen Eingriff abgenommen und direkt aufbereitet. Das dauert nur wenige Minuten. Anschließend erfolgt die lokale Betäubung. Für Menschen mit ausgeprägter Zahnarztangst, starkem Würgereiz oder umfangreicherem chirurgischen Bedarf kann je nach Situation auch eine Behandlung in Vollnarkose besprochen werden.

Nach der Entfernung eines nicht erhaltungswürdigen Zahns oder nach dem Freilegen des Kieferbereichs wird der Defekt sorgfältig gereinigt. Das Knochenersatzmaterial wird gegebenenfalls mit PRF kombiniert und in die gewünschte Form gebracht. Eine PRF-Membran kann das Areal bedecken, bevor die Wunde spannungsfrei verschlossen wird. Ob gleichzeitig ein Implantat gesetzt werden kann oder zunächst eine Einheilzeit nötig ist, entscheidet sich anhand der Stabilität des Knochens und der Größe des Defekts.

Der Eingriff selbst ist nur ein Teil des Ergebnisses. Die ersten Tage danach sind für die Wundheilung entscheidend. Kühlung, körperliche Schonung, eine weiche Ernährung und eine sorgfältige, aber nicht aggressive Mundhygiene unterstützen den Heilungsverlauf. Rauchen verschlechtert die Durchblutung und erhöht das Risiko von Wundheilungsstörungen deutlich. Auch schlecht eingestellter Diabetes oder eine bestehende Parodontitis müssen vor einem Implantatkonzept berücksichtigt werden.

Was PRF leisten kann - und was nicht

PRF ist keine Abkürzung zu einem Implantat und keine Garantie für eine komplikationsfreie Heilung. Die wissenschaftliche Datenlage deutet darauf hin, dass PRF die Weichgewebeheilung unterstützen und nach bestimmten chirurgischen Eingriffen Beschwerden wie Schwellung oder Schmerzen günstig beeinflussen kann. Beim Knochenaufbau sind die Ergebnisse je nach Defekt, Material, OP-Technik und Studiendesign unterschiedlich. Der Nutzen ist daher individuell zu bewerten.

Gerade diese Einordnung ist wichtig. Ein fachlich guter Behandlungsplan verspricht nicht mehr, als ein Verfahren leisten kann. PRF kann die Regeneration biologisch begleiten, ersetzt aber weder eine schonende Operationstechnik noch die stabile Fixierung von Knochenmaterial oder eine konsequente Nachsorge.

Auch die persönliche Gesundheit spielt eine Rolle. Bestimmte Blut- oder Gerinnungserkrankungen, Medikamente wie Blutverdünner und akute Infektionen müssen im Vorfeld angesprochen werden. Blutverdünnende Medikamente dürfen niemals eigenständig abgesetzt werden. Das Behandlungsteam stimmt das Vorgehen bei Bedarf mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten ab.

Heilungszeit und Planung des Implantats

Wie lange ein aufgebauter Kieferbereich einheilen muss, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei kleineren Maßnahmen kann die Implantation unter Umständen zeitnah oder sogar im selben Termin erfolgen. Nach umfangreicherem Knochenaufbau ist häufig eine Einheilphase von mehreren Monaten sinnvoll, damit sich belastbarer Knochen bilden kann.

Kontrolltermine geben Sicherheit. Dabei wird geprüft, ob die Wunde reizlos heilt und ob das Aufbaugebiet stabil bleibt. Erst wenn die anatomischen und biologischen Voraussetzungen stimmen, wird die nächste Phase geplant: Implantation, Freilegung und schließlich der individuell angefertigte Zahnersatz. Diese Abfolge braucht Geduld, schafft aber die Grundlage für einen funktionellen Biss und eine ästhetisch harmonische Zahnreihe.

Bei FOOSDENT verbinden wir die präzise 3D-gestützte Planung mit oralchirurgischer Erfahrung und einer persönlichen Begleitung vor und nach dem Eingriff. So lässt sich transparent klären, ob PRF in Ihrem Fall einen sinnvollen Zusatznutzen bietet oder ob eine andere Methode für einen sicheren Knochenaufbau besser geeignet ist.

Ein fehlender Zahn muss nicht bedeuten, dass Sie auf festen Zahnersatz und ein natürliches Lächeln verzichten müssen. Lassen Sie den Kieferbefund frühzeitig beurteilen: Je klarer die Planung, desto ruhiger kann der Weg zu neuer Kaufunktion, Selbstbewusstsein und einem sicheren Gefühl während der Behandlung sein.

 
 
 

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